Tragen in Geborgenheit Trageberatung Kangatraining
Tragen in Geborgenheit Trageberatung Kangatraining
 

Stillen und Sport - vertägt sich das?

Stillen und Sport – verträgt sich das?

Nach der langen und zum Schluss hin oft beschwerlichen Zeit der Schwangerschaft, freut sich die Frau, wenn das Baby „endlich“ da ist und sie ihren Körper wieder für sich hat. Das Stillen verbindet Mutter und Kind weiterhin auf eine sehr enge Weise, die die meisten Mutter-Kind-Paare genießen. Wären da nicht noch ein paar überschüssige Kilos, die die Mutter so gerne wieder verlieren möchte. Doch Sport mit Baby? Geht das? Schadet es der Stillbeziehung, wenn die Mutter wieder Sport treibt, oder ist es gar gefährlich für das Baby?

Große Mythen ranken sich um das Thema Stillen und Sport: Sport sei schädlich für die Mutter, Sport sei schlecht für das Kind, er mache die Milch der Mutter sauer, führe dazu, dass die Milch versiegt, usw. Doch was stimmt nun?

 

Eine mäßige, schonende sportliche Aktivität ohne dabei an körperliche Grenzen zu gehen (z.B. Rückbildung, Tanzen, Schwimmen, Yoga, Fahrradfahren…) ist für eine Mutter postpartum sogar eher von Vorteil als schädigend. Dabei ist immer vorausgesetzt, dass sie gesund ist, es keine Komplikationen gibt sowie sie Kraft und Lust dazu hat - und auf ihren Körper achtet. Es gilt in besonderem Maße, dass die Mutter langsam mit der sportlichen Tätigkeit beginnt, bestenfalls bereits in der Schwangerschaft beckenbodenstärkenden Sport gemacht hat und dies nach der Geburt in der Rückbildung weiterführt. Durch frühen Sportbeginn mit beckenbodenstärkenden Komponenten kann die Rate an Inkontinenzen von fast 50% Post partum auf 20% verbessert werden.

Sport wirkt sich aber nicht nur positiv auf den physischen, sondern auch auf den psychischen Zustand der Mutter aus, Glückshormone werden ausgeschüttet, sie kommt raus, evtl. sogar an die frische Luft, tankt Vitamin D, kommt unter Menschen. Die Mutter wird wieder etwas fitter, ist weniger müde, und kann sich so besser dem Alltag mit Baby stellen, der Appetit wird angeregt, der Stoffwechsel verbessert – was sich alles auch positiv auf die Milchproduktion auswirkt.

 

Stress, Müdigkeit und auch Überanstrengung können allgemein zu einer verminderten Milchproduktion führen – was aber nicht mit dem Sport an sich zu tun hat, sondern eine häufige Begleiterscheinung des Mamadaseins ist… Bedeutet der Sport für die Mutter zusätzlichen Stress, ist er sicher eher schädlich und sollte vielleicht ein paar Wochen nach hinten verschoben werden. Überbelastung sollte nicht nur aufgrund des Stillens, sondern vor allem hinsichtlich der Gesundheit der Mutter vermieden werden.

 

Ob sich der Geschmack der Milch nach intensivem (!) Sport eventuell verändern kann, so dass die Milch etwas bitter/sauer schmeckt, ist umstritten. Die meisten Babys stört eine eventuelle Geschmacksveränderung jedoch nicht, kennen sie die doch bereits aus dem Alltag. Denn je nach dem, was die Mutter zu sich genommen hat, verändert sich der Geschmack immer ein wenig - gesundheitlich bedenklich ist das sowieso nicht. Schweiß an der Brust kann einfach abgewaschen werden, wenn das ein Baby stören sollte – was auch eher selten der Fall ist.

Es lohnt sich, in einen gut sitzenden (Sport)BH zu investieren, damit die Brustwarzen vor evtl. Reizungen durch Reibungen geschützt sind, das Gewebe nicht unnötig belastet wird und die Frau das Gewicht besser tragen kann. Zudem sollte wenn möglich vor dem Sport nochmal gestillt werden, damit zum Einen das Baby zufrieden ist, und zum Anderen die Mutter nicht mit vollen, schweren Brüsten Sport treibt - was unangenehm sein kann.

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass schonender, regelmäßiger Sport für eine frischgebackene Mutter überaus positiv ist, solange dies für sie keinen Stress bedeutet. Daher bieten sich Sportarten an, die die Frau vor der Schwangerschaft schon gerne gemacht hat. Besonders empfehlenswert hinsichtlich des Stillens sind Sportarten, wo das Baby nicht fremdbetreut werden muss, sondern jederzeit nach Bedarf gestillt werden kann. Ein Beispiel dafür ist das Kangatraining, wo das Baby in der Tragehilfe eng an die Mama gekuschelt schläft, während die Mutter wieder fit wird. Gestillt werden kann es dann jederzeit, wann immer Mama und Baby wollen.

 

Sabrina Hamaimbo, Stillberaterin DAIS

 

 

Quellen:AFS, Stillen und Stillprobleme, 4. Aufl., Bonn, 2010.

Lawrence RA, Lawrence RM: Breastfeeding; A guide for the medical profession. 6. Aufl., 2005

Lothrop, Hannah: Das Stillbuch. 33. Aufl., München, 2009.

http://www.still-lexikon.de

Handbuch für die stillende Mutter, la Leche Liga

Tragen ist...
 
  Liebe  flexibel
  Harmonie    Nähe
 Bindung Halt
  Vertrauen
Sicherheit   Freiheit
entspannend  
        Wärme
  Geborgenheit
praktisch   sinnlich
    beruhigend
entwicklungs-fördernd
    Urvertrauen
 
        einfach schön...
 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Tragen in Geborgenheit